Kleine Werkstoffkunde
„Nur Schönes und Erdachtes kann Liebe nähren.“ (Oscar Wilde)

Perfekte Klangwiedergabe erfordert perfektes Material. An der richtigen Stelle. Das Meiste haben wir selbst erdacht. Es kommt auf Kleinigkeiten an. Denn von allen Informationen, die vom Tonträger ausgehen, kommen nur 1 bis 2 Prozent bei der Membran an. Das erklärt, warum selbst kleine Verbesserungen große Auswirkungen haben. Eine Verbesserung um 0,1 Prozent ist gleichbedeutend mit zehn Prozent genauerem Klang (sofern sich das in Prozenten ausdrücken ließe).
Der Hochtöner
Die Membran des Hochtöners muss mehrere tausend Impulse in der Sekunde in Bewegung umsetzen und deshalb sehr leicht sein. Sie darf aber nicht nachschwingen oder Resonanzen erzeugen, weil diese den Original-Klang überlagern. Die Membran muss also sehr steif sein (fest) und über eine gute sogenannte interne Dämpfung verfügen.

Beryllium, das sowohl bei der Utopia Be als auch der neuen Electra Be im Einsatz ist, verbindet diese Eigenschaften nahezu perfekt – und deutlich besser als alle anderen, bisher eingesetzten Materialien. Weil Beryllium unglaublich teuer ist, teurer als Gold, kommt es für die Membran der Mittel- und Tieftöner mit ihren großen Durchmessern leider nicht in Frage.

Papier ist das leichteste Material, verformt sich aber bei Hub hohem Druck. Deshalb beschichten wir es mit winzigen Glasfaserkügelchen und erhöhen damit die Steifigkeit.

Kevlar, eine Kunstfaser, wird gewoben und hat eine höhere innere Steifigkeit. Daraus wurden die ersten Sandwich-Membranen hergestellt.

Glasfaser zeigt sehr viel später als andere Materialien Eigenresonanzen, ist trotzdem leicht und steif. Um die Membran noch besser zu dämpfen, wird zwischen zwei Glasfasermatten Schaumstoff gelegt.
Der Korb
Der Korb, auf dem die Membran liegt, darf die Energie der Schwingspule nicht selbst absorbieren, sondern muss sie ganz auf die Membran lenken. Keine Vibrationen, keine Resonanzen.

Gusseisen erfüllt diese Voraussetzungen am besten. Bei Focal werden die Körbe aus Gusseisen durch Schlitze und eine Bohrung des Polkernes zusätzlich belüftet, um unerwünschten Druck von der Membran fern zu halten. Auch die Zentrierspinne ist hinterlüftet.
Die Schwingspule
Sie setzt Energie in Bewegung um. Leicht muss sie also sein, damit sie keine Energie „verschluckt“, aber präzise, damit die Membran exakte Befehle erhält. Aluminium und Kupfer haben hier die Nase vorne. Je reiner das Material, desto konstanter fließt die Energie und genauer kann die Spule agieren.

Auch die Anzahl der Wicklungen ist entscheidend. Eine flach gewickelte mehrschichtige Schwingspule hat eine wesentlich größere Leiteroberfläche und kann deshalb mehr Wärme abstrahlen. Zu hohe Temperaturen sind problematisch. Effektiv mehr Leitermaterial.
Die Sicke
Sie hält die Membran am Korb fest, muss dem Hub der Membran folgen, sie präzise und an jeder Stelle mit gleicher Festigkeit halten, damit die Membran nicht „wackelt“, sondern sich gleichförmig bewegt. Gummi ist bei nahezu allen (Qualitäts-) Herstellern das Material der Wahl. Allerdings ist „Gummi“ nicht gleich „Gummi“. Damit es auch lange hält, sollte es nicht zu porös sein. Zehn Jahre sind das Lebensziel, fünfzehn Jahre das Maximum. Bei Focal erhalten Sie bei Bedarf auch nach zwanzig Jahren noch Ersatz.
Das Gehäuse
Stabil soll es sein und darf keine Eigenresonanz erzeugen. Und es sollte den Druck, der beim Zurückschwingen der Membranen entsteht, absorbieren bzw. den Rückstoß der Bass-Membran ohne Geräusche aus dem Gehäuse führen. Holz ist dafür das am Besten geeignete Material. Seine natürliche Struktur dämmt ideal.
Außerdem erzeugt Holz einen „wärmeren Klang“, auch wenn dies nicht zu messen ist. Focal setzt mittel- oder hochdichte Fasern (MDF oder HDF) ein. Eine sehr aufwändige Innenverstrebung und fünf cm dicke Gehäusewände (Utopia Be und Electra Be) sorgen zusätzlich für ein resonanzarmes Gehäuse.
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