Focal-Technik
Die Membranen
 
Eigenschaften einer Lautsprecher-Membrane
Drei Parameter sind von entscheidender Bedeutung: Masse, innere Dämpfung und Steifigkeit.
 
-Aufgrund der Steifigkeit verhält sich die Membrane über einen großen Frequenzbereich wie ein „Kolben“ . Dies ist besonders wichtig für die geringe Verzerrung bei Bassfrequenzen.
-Geringe Masse liefert die maximale Beschleunigung bei Impulsübergängen und ist Voraussetzung für die beste Wiedergabe feiner Details.
-Die innere Dämpfung verhindert Klingeln und Vibrationen in der Membranestruktur, die den Klang verfärben würden.
Material
-Papier: leichtes Material, nicht besonders steif, aber mit guter innerer Dämpfung. Der Klang leidet oftmals an „Pappe“-Einfärbung.
-Polypropylen/ Kunststoff: relativ schweres Material, jedoch mit guten inneren Dämpfungseigenschaften. Nicht besonders steif, der Klang neigt zu Mangel an Detail und Präzision.
-Eine einfach gewobene Kevlar-Membrane (kein Sandwich-Typ) mit Kunstharzversiegelung für die erforderliche Steifigkeit, neigt zu dumpfer Plastikfärbung des Tons.
Übersicht
_Sandwich W _Polyglass Membrane    
Sandwich "W"
Seit mehr als 15 Jahren werden Sandwich-Membranen ausschließlich von Focal-JMlab vertrieben. Der im Jahr 1995 mit dem Grande Utopia eingeleitete „W“-Prozess ermöglicht heute eine weitgehende Optimierung des Frequenzgangs.
Die Sandwich-Struktur von Focal-JMlab
Mitte der 1980er Jahre wurde von Focal-JMlab ein neuer Membranetyp entwickelt und patentiert, in dem geringe Masse, Steifigkeit und hohe innere Dämpfung kombiniert waren: das „Poly-K-Sandwich”.
Mit Kevlar-Gewebelagen und einem Schicht aus hohlen, mikrosphärischen Kugeln in Kunstharz zeigte diese Struktur extrem hohe Steifigkeit bei geringer Masse. Die Dämpfung konnte durch die Eigenschaften der Zwischenschicht gesteuert werden.
Seit dieser ursprünglichen Konstruktion ist das Verfahren verfeinert und weiterentwickelt worden, so dass eine neue Generation des Kevlar-Sandwich entstanden ist. Der wichtigste Vorteil dieser Membranestruktur ist die Verwendung eines speziellen Strukturschaums, der den Aufbau aus Kunstharz/Mikrokügelchen ersetzt. Dieser Schaum wird insbesondere in der Raumfahrtindustrie verwendet. Kein anderer Schaumstoff bietet einen derart hohen Quotienten aus Steifigkeit/Masse.
Der Name „W” ist aus dem französischen Verre-Verre (Verre = Glas) abgeleitet. Die W-Membrane enthält zwei sehr fein gewobene Glasgewebelagen, die leichter und dünner sind als Kevlarfasern. Zudem ist der Molekül-verband zwischen Schaumstoff und Glasgewebe dem der Kevlarfasern weit überlegen. Das Resultat ist eine Membranestruktur, die mechanisch stabiler ist und vorzügliche Steifigkeit besitzt. Mit diesem Aufbau sind wir in der Lage, die Übertragungsgeschwindigkeit der Schallwellen in der Membrane weiter zu optimieren.
Bei dem neuen Konstruktionsverfahren kann die Intensität der Dämpfung durch Variation der Schaumstoffdicke sehr genau gesteuert werden. Je dicker die Schaumstoffschicht, desto höher der Dämpfungsfaktor.
Das Verhältnis zwischen Dicke des Glasgewebes und des Schaumstoffkerns gestattet es uns schließlich, die Membranestruktur für verschiedene Anwendungen und Frequenzbereiche zu optimieren.
Die „W”-Membrane erzeugt einen extrem transparenten und neutralen Klang ohne jegliche Klangverfärbungen und Verzerrungen, die normalerweise bei Lautsprechern vorliegen.
Der einzige Nachteil ist der Preis: Er beträgt mehr als das Zehnfache einer Qualitäts-Papiermembrane.
Polyglass Membrane
Mit der exklusiven Polyglass-Technologie von Focal-JMlab, die zuerst Mitte der 1980er Jahre eingeführt wurde, ist die Chorus-S-Reihe ausgestattet.
Die Technik besteht im Auftragen einer dünnen Schicht von winzig kleine Glaskügelchen auf eine Zellulosemembran. Ziel ist die Kombination der hervorragenden Dämpfungseigenschaften von Zellstoff und der Starre von Glas, die zusammen für ein geringes Gewicht sorgen. Die Schallgeschwindigkeit in der Luft nimmt erheblich zu, in den mittleren Frequenzen wird der Klang definierter. Die Polyglassmembrane ist eine ausgezeichnete wirtschaftliche Alternative zur teureren W-Membrane. Ihre Steifigkeit liegt sogar über der der
einschichtigen Kevlar-Membrane, ihre Dämpfungseigenschaften sind unübertroffen und liegen um das 10fache über denen von Polypropylenmembranen.
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